A-Z

"A-Z"

A

Achillessehnenruptur

Riss der Achillessehne, entweder durch einen Unfall oder durch einen verschleißbedingten Vorschaden. 

 

Achillodynie

Hierrunter versteht man meist belastungsunabhängige Schmerzen im körperfernen Anteil der Achillessehne. Ursächlich sind chronische Überlastungen, z. B. durch extremen Sport, falsches Schuhwerk, Fußfehlstellung oder Stoffwechselerkrankungen sowie erhöhtes Cholesterin oder Gicht.

Es besteht meist ein lokaler Druck- und Bewegungsschmerz. Desweiteren findet sich häufig eine Verdickung der Sehne.

 

Adhäsive Capsulitis

Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes infolge einer Schrumpfung der Gelenkkapsel. Gelegentlich tritt diese Erkrankung nach einer Schulterspiegelung auf. Häufig ist die Ursache für diese Erkrankung jedoch unbekannt.

 

Adipositas

Die Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Gicht und Arthrosen.

 

Akupunktur

Therapieverfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin. Hier werden besondere Akupunktur-Nadeln an definierten Punkten der Körperoberfläche in die Haut eingestochen. Die Akupunktur wird hier zu Lande vorwiegend bei Schmerzsyndromen und funktionellen Erkrankungen eingesetzt.

 

Analgesie

Reduzierung oder Aufhebung der Schmerzempfindung durch Medikamente

 

Arbeitsunfall

Ein Arbeitsunfall liegt dann vor, wenn im Rahmen der beruflichen, durch die BG versicherten Tätigkeit eine äußere Kraft auf den Unfallverletzten eingewirkt hat, so dass es zu Schädigungen gekommen ist. Die Kosten der Behandlung werden durch die zuständige Berufsgenossenschaft getragen. Die Behandlung muss in der Regel durch zugelassene Durchgangs- oder H-Ärzte erfolgen. Stürze aus innerer Ursache, z.B. bei Schwindel, oder Gelegenheitsursachen, z. B. Archillessehnenriss beim
Hinaufsteigen einer Leiter, werden nicht als Arbeitsunfall von den Berufsgenossenschaften anerkannt.

 

Arthrose

Verschleißbedingte Erkrankung eines Gelenkes, welches durch ein Missverhältnis zwischen Beanspruchung und Beschaffenheit bzw. der einzelnen Gelenkanteile entsteht. Eine Arthrose kann auch infolge eines Unfallereignisses auftreten.

 

Arthroskopie

Minimal invasives Untersuchungsverfahren, bei dem unterschiedliche Gelenke nach Auffüllen mit Flüssigkeit untersucht werden können. Im Rahmen einer Arthroskopie können dann auch verschiedene Therapieverfahren angewandt werden. In unserer Praxis wird die Arthroskopie des Schulter- und Kniegelenkes durchgeführt

 

Atherom

Gutartiges Unterhautgeschwulst, ausgehend von der Haarwurzel. Atherome können zu lokalen Entzündungsreaktionen des umgebenen Gewebes führen

 

Außenmeniskus

Halbmondförmiger Zwischenknorpel aus Faserknorpel am außenseitigen Kniegelenk, gelegen zwischen Oberschenkel und Unterschenkel.

Neben der Funktion als Puffer dient der Außenmeniskus zur Stabilisierung und Führung des Kniegelenkes.

B

Baker-Zyste

Aussackung in der Kniekehle ausgehend von der hinteren Kniegelenkskapsel. Ursächlich ist ein chronischer Reizerguss des Kniegelenkes. Seltener liegt eine mechanische Reizung von Sehnenscheiden vor. Die Patienten merken eine prallelastische Spannung in der Kniekehle, etwa so groß wie ein Tischtennisball, der vor allen Dingen die Beugung des Kniegelenkes behindert.

 

Bandscheibenvorfall

Bei Verlagerung bzw. Austritt vom Gewebe des Bandscheibenkerns durch Risse im umgebenen Kern. Hierdurch kommt es oft akut zu Bedrängung von Nervenwurzeln mit einhergehenden Schmerzen, Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen.

 

Berufsgenossenschaften

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung

 

Bursitis

Entzündung eines gelenknahen Schleimbeutels

C

Cast

Kunststoffverband, der zur Ruhigstellung von Gelenken und Extremitäten, z. B. bei Brüchen, dient. Der Cast hat den Weißgips weitestgehend in seiner Anwendung verdrängt, da er nicht nur leichter, sondern auch besser zu verarbeiten ist. Nach Anfeuchtung des Materials wird der Cast an die betroffene Extremität modelliert. Nach kurzer Zeit härtet der Kunststoff aus.

 

Carpaltunnelsyndrom (CTS)

Bedrängung des sogenannten Medianus Nervens im Bereich des Handgelenkes durch z. B. verdickte Sehnen, Bandverdickung. Die betroffenen Patienten wachen häufig nachts mit Schmerzen des Zeige-, Mittel- und Ringfingers auf. Oft sind diese mit Sensibilitätsstörungen verbunden. Wurde ein Carpaltunnelsyndrom durch neurologische Messverfahren nachgewiesen, besteht die Indikation zu einer Operation.

 

Chirotherapie

Manualtherapie. Bei Blockierungen durch erhöhte Gelenkkapselspannungen werden mobilisierende oder manipulierende Techniken angewandt, um die Blockierungen, welche häufig mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verbunden sind, zu lösen.

 

Chondromalazie

Erweichung von Gelenkknorpel. Die Ursache ist weitestgehend ungeklärt. Als mögliche Ursachen kommen mechanische Überbeanspruchungen in Frage.  Das Endstadium ist die Arthrose.

 

Computertomographie (CT)

Auf Röntgenstrahlen basierende, Computer gestütztes Bild gebendes Verfahren. Das CT ist eine Ergänzung zur Ultraschalldiagnostik, Szintigraphie, konventionellen Röntgendiagnostik und der Kernspintomographie.

 

Coxarthrose

Degenerativer Verschleiß des Hüftgelenkes. Neben stattgehabten Unfällen kommt als Ursache eine Fehlbildung des Hüftgelenkes als auch eine Fehlstatik im Bereich des Beines in Frage.

D

Discus prolaps

Siehe Bandscheibenvorfall

 

D-Arzt

Durchgangsarzt. Dieser von den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaften) ermächtigter Arzt hat zu entscheiden, ob tatsächlich ein Arbeitsunfall vorliegt. Sollte dies der Fall sein, ist er Lenker und Leiter des sogenannten Heilverfahrens.

 

Daumensattelgelenksarthrose

Synonym Ritzarthrose. Durch die Sattelform der gelenkbildenden Anteile kann der Daumen in vier Richtungen bewegt werden. Durch diese besondere Form des Gelenkes kommt es hier gehäuft zu einer Arthrose. 10% der Bevölkerung leiden daran. Der Erkrankungsgipfel liegt bei über 50 Jahren. Im Frühstadium geben die Patienten Schmerzen beim Spitzgriff zwischen Daumen und Zeigefinger an, verbunden ist diese meistens mit einer Schwellung der Gelenkskapsel. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu Einschränkungen der Beweglichkeit bis hin zu deutlicher Beeinträchtigung der gesamten Handfunktion. Neben Ruhigstellungen, lokalen Infiltrationen und einer Röntgenreizbestrahlung kommen dann im weiteren Verlauf operative Eingriffe zu Anwendung.

 

DEXA-Messung

Standardverfahren zur Knochendichtemessung. Dieses Verfahren wird von den entsprechenden Fachgesellschaften zum Nachweis einer Osteoporose gefordert. Ultraschallverfahren oder CT basierende Untersuchungsverfahren sind nicht anerkannt. Wir führen diese Untersuchung durch.

 

Distorsion

Verdrehung, Verrenkung. Häufig durch indirekte Gewalteinwirkung entstehenden Fasereinrisse im Bandapparat, z. B. beim Umknicken des Fußes oder Verdrehung des Knies. Es entsteht eine Schwellung, Bluterguss und Funktionseinschränkung

E

Erguss (Gelenk)

Flüssigkeitsansammlung, der durch die Gelenkkapsel auf das Gelenk begrenzt ist. Der Gelenkerguss führt zu einem Druckaufbau in dem betroffenen Gelenk, der zu einer Reizung von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) und auf die Muskelaktivität einwirkenden Rezeptoren der Gelenkstellung und Muskeldehnung (Propriozeptoren) führt. Hierdurch kann ein Gelenkerguss zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung führen. Ein Gelenkerguss kann durch Einblutung (z.B. nach Verletzung oder Operation), durch vermehrten Anfall von Gelenkflüssigkeit (z.B.  nach Überlastung oder bei Gelenkabnutzung), im Rahmen von Stoffwechsel- oder Rheumaerkrankungen mit nicht durch Bakterien hervorgerufenen Entzündungen und bei durch Bakterien hervorgerufenen Entzündungen (Gelenkempyem) entstehen. Durch ein Abziehen des Gelenkergusses mit einer Spritze (Punktion) kann der Arzt durch Untersuchung der Ergussflüssigkeit  Erkenntnisse über die Ursache des Gelenkergusses gewinnen und gleichzeitig die schmerzhafte Bewegungseinschränkung verringern. 

 

EMS

(Elektrische Muskel Stimulation) EMS bezeichnet eine Reihe von Behandlungsformen, bei denen Gleichstrom oder niederfrequente Wechselströme zur Muskelanregung eingesetzt werden. Eingesetzt wird EMS zur Schmerzlinderung, der Behandlung von Nervenreizzuständen, Durchblutungsstörungen und in der Orthopädie zur Vorbeugung von Muskelverkümmerung nach Verletzung oder Operation sowie Behandlung von Sehnen-(scheiden) entzündungen, Arthrosebeschwerden und muskulären Verspannungen. EMS ist auch unter dem Begriff TENS (Transkutane elektrische Nerven-Stimulation) bekannt. Bei den verwendeten Reizstrom-Geräten werden Elektroden auf der Haut angebracht. Der Kontaktwiderstand zwischen Haut und Elektrode wird meist durch ein Gel verringert. Die durch die Elektroden verabreichten elektrischen Impulse lösen Muskelkontraktionen aus. Stärke und Dauer der Impulse können über Regler eingestellt bzw. durch vorgegebene Trainingsprogramme bestimmt werden. Die Trainingsprogramme arbeiten mit mehreren mittleren Impulsen in der Sekunde, die in der Regel nicht als unangenehm empfunden werden und die im Rahmen eines Krafttrainings zur Erhöhung der Kraft-Ausdauer führen und somit die Muskeln straffen. EMS ist nicht geeignet, einen Waschbrettbauch ohne Training oder eine Gewichtsreduktion herbeizuführen.  

 

Einlagen

Die Einlage dient medizinischen Zwecken und wird von einem Orthopädie-Techniker individuell für die jeweilige Fußform angefertigt. Hierzu muss zunächst eine Diagnose gestellt werden, welche Fußfehlstellung (Spreizfuß, Senkfuß, Hohlfuß, Plattfuß, Spitzfuß, Knickfuß) vorliegt. Dann wird von den Füßen ein Abdruck genommen (herkömmlich als Gipsabdruck in Be- bzw. Entlastung des Fußes oder Blauabdruck).  Ein digital ermittelter Fußabdruck  mit höherer Präzision ist über eine Fußdruckmessung möglich.  Je nach Fußform wird eine bestimmte Einlage gefertigt, um den gewünschten Zweck zu erreichen:

 

  • Korrektureinlagen (Wiederherstellung einer ursprünglichen oder gewünschten Fußstellung)
  • Kopieeinlagen (Entlastung und gleichmäßige Druckverteilung über die Fußauflagefläche)
  • Weichbettungeinlagen (Auftrittsdämpfung und Vermeidung von Druckspitzen)

 

Einlagen unterscheiden sich auch im Material. Als Materialien werden Kork, Schaumstoffe, thermoplastische Kunststoffe, Carbon und Edelstahl verwendet. Diese werden dann mit Leder oder Textilien bezogen. Zum jeweiligen Behandlungszweck gibt es u.a. randlose Einlagen, Schaleneinlagen und Einlagen mit Randerhöhung. Je nach Korrekturzweck kann durch Anbringung von Keilen unter der Einlage eine vermehrte Ein- bzw. Auswärtsknickung des Vorfußes oder der Ferse hervorgerufen werden.   

 

Epicondylitis

Medizinischer Begriff für Tennis- oder Golferellenbogen bezeichnend für ein Überlastungssyndrom des Sehnenansatzes der Unterarmmuskeln an Knochenvorsprüngen (Epicondylen) des Ellenbogens. Hervorgerufen wird die Epicondylitis durch einseitige, immer wiederkehrende Überbeanspruchung der Unterarmstreck- oder –Beugemuskulatur. Häufiges, ununterbrochenes Arbeiten an Computertastaturen und/oder -mäusen führt häufig zur Entwicklung einer Epicondylitis, weshalb heutzutage häufiger der Begriff des Mausarmes verwendet wird. Zur gezielten Behandlung finden neben der Vermeidung der auslösenden Überlastungsbewegung entzündungshemmende Maßnahmen (antientzündliche Medikamente, Kortisonspritzen), muskelentspannende Maßnahmen (Kinesio-Tape, Spangen aus dem Sanitätshaus, aufdehnende Krankengymnastik) und durchblutungsfördernde Maßnahmen (Periostmassage) Anwendung. Eine Stoßwellenbehandlung kann risikofrei zielgerichtet die Beschwerden bei Epicondylitis verringern. Auch homöopathische Behandlungsansätze und Akupunktur können helfen. In einigen Fällen der Epicondylitis, die auf andere Behandlungsverfahren nicht ansprechen, kann eine Operation durchgeführt werden, die aber leider nur in ca. 70% der Fälle zu einer Beschwerdeverringerung führt.

F

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist eine nicht  entzündliche Schmerzerkrankung gekennzeichnet durch diffusen chronischen Schmerz und weitere körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen und Gliedersteifigkeit, jedoch ohne eine fassbare zugrunde liegende Erkrankung. Sie ist nicht mit dem Begriff Weichteilrheumatismus gleichzusetzen. Die medizinische Definition des Rheumas erfordert eine nachweisbare Entzündung; in diesem Sinne stellt die Fibromyalgie keine rheumatische Erkrankung dar. Eine wichtige Differenzialdiagnose ist jedoch die rheumatoide Arthritis. Von den Schmerzen besonders betroffen sind Nacken, Brustkorb, als auch die Gelenke in den Armen und Beinen. Die Symptome sollten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten. Zu den häufig vorzufindenden Begleitsymptomen gehören Schwellungsgefühle in den Händen, Füßen oder dem Gesicht, Morgensteifigkeit, Reizmagen und –darm, Kopfschmerzen, Trockenheit bzw. Überempfindlichkeit der Schleimhäute, sowie vermehrte Ängstlichkeit und vermehrte Depressivität. Die Fibromyalgie kann plötzlich nach einer grippeähnlichen Erkrankung ausbrechen oder aber auch schleichend einsetzen. Zu einer krankheitsbedingten Zerstörung der Gelenke oder Knochen, wie bei der rheumatoiden Arthritis, kommt es durch der Fibromyalgie selbst in der Regel nicht, jedoch können massive Bewegungseinschränkungen einzelner Gelenke zu Kapselschrumpfung dann irreparablen Folgen im Gelenkapparat führen.

 

 

Die Diagnose einer Fibromyalgie ist schwierig, da bildgebende diagnostische Verfahren (Röntgen, Kernspintomographie) als auch Laborwerte keinen eindeutigen Aufschluss geben. Eine Diagnose kann letztendlich nicht immer sicher gestellt werden. Meist werden zur Diagnose (Tenderpoints) zu Hilfe genommen. Besteht bei elf oder mehr als achtzehn Tenderpoints eine erhöhte Druckschmerzhaftigkeit, so liegt der Verdacht auf Fibromyalgie nahe. Diese Diagnosepunkte liegen zumeist gelenknahe an den Sehnen- und Muskelansetzen. Die Diagnose wird häufig erst spät gestellt, so dass es zu einem Vollbild der Erkrankung gekommen ist, bevor der Patient angemessen therapiert wird. Da für die meisten Patienten bis zu endlichen Diagnose eine relativ lange Zeit vergeht, haben fast alle Betroffenen eine Ärzte-Odyssee hinter sich. Aufgrund dessen, dass einige Betroffene in dieser Zeit als Hypochonder abgestempelt werden, verschlimmern sich nicht selten Selbstzweifel und Symptome. Die Ursachen der Fibromyalgie, als auch die Mechanismen der Krankheitsentstehung, sind weiterhin ungeklärt. Betroffen sind in der Mehrzahl Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nur begrenzt beeinflussbar. Es besteht grundsätzlich die Gefahr des Medikamentenmissbrauches, der Sucht, sowie unabsehbare Folgeschäden durch Dauermedikation mit diversen Schmerzmitteln. Das nachhaltigste Konzept zur Behandlung ist die s. g. Multimodale Therapie, entsprechend den Erkenntnissen der modernen Schmerzforschungen. Ziel der Maßnahmen ist hier die Verbesserung der Funktionsfähigkeit im Alltag und damit die Erhöhung der Lebensqualität sowie die Minderung und oder Linderung der Beschwerden. Da es sich um ein lebenslang bestehendes Beschwerdebild handel kann, werden insbesondere Behandlungsmaßnahmen, die vom Betroffenen eigenständig durchgeführt werden können (Selbstmanagement), die keine oder nur geringe Nebenwirkungen haben und deren langfristige Wirksamkeit nachgewiesen sein sollte.

Hierzu zählen Patientenschulungen, Verhaltenstherapie, der Einsatz von Antidepressiva (diese erhöhen die Schmerzschwelle), eine systematische Belastungssteigerung durch Sporttherapie, begleitende Psychologische Behandlungsformen, Krankengymnastik und Entspannungsverfahren (autogenes Training, Meditation). Klassische Schmerzmittel sollten äußerst sparsam und nicht dauerhaft eingesetzt werden.

 

Fraktur

Medizinischer Begriff für einen Knochenbruch. Eine Fraktur ist in der Regel das Resultat einer direkten, lokalen Krafteinwirkung auf einen Knochen (z.B. ein Sturz) und zeigt sich häufig nach außen hin durch Schwellung, Bluterguss und schmerzhafte Bewegungseinschränkung der angrenzenden Gelenke. Eine Fraktur kann häufig mit einem Röntgenbild erkannt werden; gelegentlich braucht der Arzt zur Sicherstellung einer Fraktur und zum besseren Verständnis der Frakturform weiterführende Untersuchungen wie Computertomographie oder Kernspintomographie. Für die Behandlung einer Fraktur ist von Bedeutung welcher Knochen gebrochen ist, wo die Fraktur gelegen ist (am Knochenschaft oder an den Knochenenden, welche die Gelenke bilden), ob und in welchem Ausmaß Knochenbruchstücke (Fragmente) untereinander verschoben sind und schließlich wie viele Knochenbruchstücke (Fragmente) vorliegen.  Erkrankungen, die zu einer verminderten Knochenfestigkeit führen (z.B. Osteoporose oder Absiedelungen von Krebserkrankungen) führen zu einem erhöhten Risiko eine Fraktur zu erleiden. Bei einer Verminderung der Knochenfestigkeit können Frakturen besonders an Wirbelkörpern auch ohne Unfall schon bei normalen Belastungen des täglichen Lebens auftreten.

 

Frozen soulder

Begriff für die schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter. Im Rahmen einer nicht durch Bakterien hervorgerufenen Entzündung der Gelenkinnenhaut kommt es zu einem Gelenkerguss und zu einer Verdickung der Gelenkkapsel und gelenkstabilisierenden Bänder , die dadurch zunehmend an Dehnbarkeit verlieren. Gelenkerguss und Kapselverdickung führen dann zu einer zunehmenden schmerzhaften Bewegungseinschränkung bis hin zur Steife.

 

Fußgewölbe

Der Fuß weißt ein Längs-und ein Quergewölbe auf. Dadurch wird das Körpergewicht über die drei Punkte Ferse, Großzehengrundgelenk (Großzehenballen) und Kleinzehengrundgelenk (Kleinzehenballen) getragen. Die Fußgewölbe werden durch Muskulatur verspannt und durch Bänder aufrecht erhalten. Das Fußgewölbe ist für die einwandfreie Funktion von großer Bedeutung. Einigen Erkrankungen des Fußes wie Platt- Senk- oder Spreizfuß liegt ein Absinken des Fußgewölbes zugrunde.

 

Facettengelenke

Die Facettengelenke (Wirbelbogengelenke) dienen neben der Bandscheibe und den Wirbelsäulenbändern der gelenkigen Verbindungen benachbarter Wirbelkörper. Die Gelenkflächen dieser paarigen Gelenke liegen auf dem beiden unteren und den beiden oberen Gelenkfortsätzen aufeinander folgender Wirbel. Die Wirbelbogengelenke bestimmen neben Bewegungsrichtung, Wirbelsäulenbandscheiben und Wirbelsäulenbänder den Bewegungsumfang begrenzen. Eine verschleißbedingte Verknöcherung der Wirbelbogengelenke wird als Spondylarthrose bezeichnet. Diese kann in der Regel zu lokalen bewegungsabhängig auftretenden nicht ausstrahlenden Rückenschmerzen führen.

G

Gonalgie

Vom Kniegelenk ausgehende Schmerzen.

 

Gonarthrose

Mit Gonarthrose oder auch Kniegelenksarthrose bezeichnet man einen vorzeitigen Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes. Das Kniegelenk besteht aus drei Gelenkabschnitten die alle samt betroffen sein können (Pangonarthrose), oder auch einzeln. Bei Verschleiß im Kniescheibengelenk (Femoropatellagelenk) wird oft von einer Retropatellararthrose gesprochen. Ist der innere Anteil des Gelenkes zwischen Oberschenkel und Schienbein betroffen, liegt eine mediale Gonarthrose  oder bei oft gleichzeitiger O-Beinfehlstellung eine Varus- Gonarthrose vor. Die Arthrose zwischen äußeren Teiles zwischen Oberschenkel und Schienbein ist die laterale Gonarthrose, oder bei gleichzeitiger X-Beinfehlstellung die Valgus-Gonarthrose. Die Gonarthrose wird in Deutschland unter bestimmten Bedingungen als Berufskrankheit anerkannt. Voraussetzung ist eine Tätigkeit im Knien oder unter vergleichbarer Kniebelastung, die mindestens 13.000 Stunden im ganzen Arbeitsleben mindestens eine Stunde pro Arbeitsschicht umfasst. Es wird ein erhöhtes Risiko bei Bergarbeitern, Boden- und Fliesenlegern, sowie Werftarbeitern angenommen und bei Bauarbeiter und Waldarbeitern nach individueller Einschätzung vermutet.

H

Homöopathie

Die Homöopathie ist eine alternativ medizinische Behandlungsmethode, die auf den Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann beruht. Grundlage dieser Behandlungsform ist das Prinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Dieser Theorie wie im Prinzip folgend, soll ein homöopathisches Arzneimittel so ausgewählt werden, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen könne, wie die, an den der Kranke leidet. Zur Herstellung der Arzneimittel werden die Grundsubstanzen einer sogenannten Potenzierung unterzogen, d. h.: Sie werden wiederholt mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Von Vertretern der medizinischen Lehrmeinung wird die Homöopathie als unwissenschaftlich abgelehnt oder als Pseudowissenschaft bezeichnet. Klinische Studien nach naturwissenschaftlichen Standards konnten keine über den Plazebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen. Erfolge einer Behandlung werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben, etwa dem Glauben an die Wirksamkeit der Behandlung oder der Qualität der Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen unter bestimmten Bedingungen homöopathische Behandlungen bei Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie. Beispielsweise im Rahmen von Verträgen zur integrierten Versorgung. Private Krankenversicherungen übernehmen in der Regel in Deutschland die Kosten für homöopathische Behandlungen bei allen Ärzten. Meist werden hier auch die Kosten für homöopathische Arzneimittel übernommen.

 

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt somit als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen. Die Hyaluronsäure zeichnet sich im Gelenk dadurch aus, dass im Anfang einer Bewegung, z. B. im Kniegelenk beim Absprung oder beim Stehen, starke Druckkräfte auf ein Gelenk dazu führen, dass sich die Moleküle in der Hyaluronsäure zu Kugeln zusammenknäueln und wie in einem Kugellager an der Knorpeloberfläche hängen. Wenn aber eine schnelle Scherbewegung nötig ist, so z. B. beim Laufen, wird die Zähigkeit der Hyaluronsäure herabgesetzt und sie dient hier zu Verringerung des Reibungswiderstandes im Gelenk. Dementsprechend werden Hyaluronsäure-Präparate in Arthrose geschädigte Gelenke gespritzt, um das Gelenk zu schmieren und als Stoßdämpfer zu wirken. Durch eine Verbesserung des Gleitverhaltens bzw. eine Verminderung des Reibeverhaltens im Arthrose geschädigten Gelenk, können durch mechanisch hervorgerufene Reize bzw. Entzündungszustände verhindert und dadurch ausgelöst Schmerzen auch längerfristig verringert werden. Hyaluronsäure wird entweder aus tierischem Ausgangsmaterial (z.B. Hahnenkamm) oder biotechnologisch synthetisch aus Streptokokken-Kulturen gewonnen. Bei synthetisch hergestellten Präparaten sind Nebenwirkungen insbesondere allergischer Ursache gering.

 

Heparin

Heparine sind therapeutisch eingesetzte Subtanzen zur Blutgerinnungshemmung. Heparin zur Vermeidung sowie Behandlung von Thrombosen. Unerwünschte Wirkungen des Heparins sind eine erhöhte Blutungsgefahr, die allerdings durch ein Antidot („Gegengift“) behandelt werden kann. Nach längerer Behandlung kann es in seltenen Fällen zu Osteoporose und Spontanfrakturen kommen. In seltenen Fällen tritt ein durch Heparin hervorgerufener Blutplättchenmangel ( HIT=Heparin induzierte Thrombozytopenie) auf.

Insgesamt sind die auf dem Markt befindlichen Heparin-Produkte und insbesondere die sogenannten Niedermolekularen Heparine (NMH) jedoch sicher anzuwendende Medikamente und die zuverlässigste Form der Thrombose-Vermeidung und Behandlung.

 

Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist nach dem Kniegelenk das zweitgrößte Gelenk des Menschen. Der Oberschenkelknochen (Femur) und das Becken (Pelvis) bilden dabei die knöchernen Gelenkpartner. Die Knochenpartner haben einen sehr engen Kontakt zueinander. Damit auch an den Kontaktflächen eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit im Hüftgelenk stattfinden kann, sind sie (wie alle Gelenkflächen im Körper) mit einer sehr glatten, bläulich-weißen Knorpelschicht, dem sogenannten Hyalinknorpel, überzogen. Umhüllt wird das Hüftgelenk von der kräftigsten Gelenkkapsel des Körpers, der straffen Hüftgelenkskapsel. Zwischen der Gelenkkapsel und dem ansetzenden Lendenmuskel befindet sich ein Schleimbeutel, der meistens mit dem Hüftgelenk in Verbindung steht.

Die häufigste Hüftgelenkserkrankung ist die Arthrose, die oft aufgrund einer angeborenen abgeflachten Hüftpfanne (Hüftdyplasie) entsteht. Bei Sturzereignissen bei vor allen Dingen Osteoporose geschwächten Knochen treten häufig Knochenbrüche im Hüftgelenksbereich auf. Vermeintlich einfache, aber durchaus schmerzhafte Erkrankung um das Hüftgelenk sind eine Schleimbeutelentzündung, bzw. ein Entzündungszustand der ansetzenden Sehnen (Insertionstendopathie) am Hüftgelenk.

 

Hämarthros

Der Fachbegriff Hämarthros bezeichnet in der Medizin das Vorhandensein von Blut im Gelenkraum. Ein Hämarthros ist eine Sonderform des Gelenkergusses. Die Ursachen für ein Hämarthros können unterschiedlicher Natur sein. Am häufigsten verursachen Unfälle eine Einblutung in das Gelenk. Es kann jedoch auch bei Gerinnungsstörung, wie z. B. bei der Hämophilie oder bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Marcumar) zu spontanen Einblutungen in Gelenken kommen. Auch nach einer Operation kann es zu einem Hämarthros kommen.

I

Innenmeniskus

Der Innenmeniskus ist eine halbmondförmige Knorpelscheibe auf der Innenseite des Kniegelenkes zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein gelegen. Analog zum Innenmeniskus gibt es auf der Außenseite des Kniegelenkes einen Außenmeniskus. Der Meniskus hat vor allem die Funktion, die während der Bewegung und Belastung des Kniegelenkes auftretenden Kräfte flächig zu verteilen und somit den Korpelüberzug des Kniegelenkes zu entlasten. Weiterhin ist es aufgrund der Form der Menisken sehr wahrscheinlich, dass sie auch für eine bessere Verteilung der Gelenksflüssigkeit auf den Knorpelüberzügen zur Reibungsminderung und Ernährung sorgen. Der Meniskus ist naturgemäß, wie alle Körpergewebe auch, Abnutzungsprozessen unterworfen, durch die er anfälliger für Rissbildung wird. Durch einen Unfall, in der Regel durch eine Verdrehung des Kniegelenkes, oder durch Überbeanspruchung bei vorbestehender Abnutzung kann es zu Rissbildungen am Meniskus kommen, die Schmerzen am Kniegelenk auslösen können. Ein Meniskusriss kann durch körperliche Untersuchung und Kernspintomographie festgestellt werden.

Löst ein Meniskusriss immer wiederkehrende Schmerzen im Knie aus oder ist anzunehmen, dass durch den Meniskusriss die Entlastungsfunktion des Kniegelenkes entfällt, so dass der Gelenkknorpel Schaden nehmen kann, ist eine Gelenkspiegelung sinnvoll, bei der ein Meniskusriss geglättet oder gelegentlich auch genäht werden kann. Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist dann zwingend angeraten, wenn eine Rissform des Meniskus anzunehmen ist, bei der Anteile des Meniskus in der Bewegung in das Gelenk geraten und hier selbst Knorpelschäden hervorrufen können.

J

Johanniskraut

Die Johanniskräuter (Hypericum), auch Hartheu, sind eine Gattung innerhalb der Johanniskrautgewächse. Diese Gattung umfasst ca. 450 Arten, wovon vor allen Dingen das medizinische genutzte echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) bekannt ist. Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Heute wird es als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Stimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Wie chemische Antidepressiva zeigen auch Johanniskrautarzneimittel eine gewisse Wirklatenz, d. h., man spürt erst nach mehreren Wochen der Einnahme eine Besserung der depressiven Symptome. Johanniskrautarzneimittel sind im Allgemeinen gut verträglich. Unerwünschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf.

K

Korbhenkelriss

Korbhenkelriss ist die Bezeichnung für ein parallel zur Hauptrichtung der Meniskusfasern verlaufenden Meniskusriss. Der Meniskus wird dabei entlang seines Verlaufs längs gespalten. Das vordere und hintere Ende des Fragmentes behält aber weiterhin Verbindung zum Rest des Meniskus. Der freie Rand des Meniskus kann in der Bewegung in den Gelenkspalt rutschen und hier akut Schmerzen mit Bewegungseinschränkung hervorrufen, sowie zu einer Knorpelschädigung führen. Der Korbhenkelriss in der Regel das Resultat einer intensiven und schnellen Verdrehung des Kniegelenkes. Vor allem bei Unfällen, bei Risikosportarten wie Fußball, Tennis, Handball, Skifahren, Snowboard, Basketball, Diskuswerfen, Skatboard, Rugby, Karate und Radsport. Neben der körperlichen Untersuchung wird ein Korbhenkelriss in der Regel über eine Kernspintomographie festgestellt und sollte mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) behandelt werden.

 

Krankengymnastik

Krankengymnastik (Physiotherapie) ist eine Form der äußerlichen Hilfsmittel; im Zentrum steht dabei, dass an die Fähigkeiten des Patienten angepasste Vermitteln eines normalen Bewegungsverhaltens. Die Krankengymnastik orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions- bzw. Aktivitätseinschränkung des Patienten, die in Form eines Befundes sichtbar gemacht werden. Die Krankengymnastik nutzt primär die manuellen Fertigkeiten des Krankengymnasten (Physiotherapeuten), gegebenenfalls ergänzend durch natürliche physikalische Reize (Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und sie fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität sowie die bewusste Wahrnehmung = Propriozeption) des Patienten. Die Behandlung zielt einerseits auf natürliche Reaktion des Organismus andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus und auf eigenverantwortlichen Umgang  mit dem Körper ab.

Das Ziel der Krankengymnastik ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerzreduktion. Krankengymnasten untersuchen und deuten Schmerzzustände, Funktions- und Entwicklungsstörung ums sie mit spezifischen direkten und indirekten Techniken zu beeinflussen. Primärer Ansatzpunkt ist das Bewegungssystem und das Bewegungsverhalten; Ziel ist Schmerzfreiheit und ökonomisches Bewegungsverhalten im Alltag zu erreichen Beziehungsweise im Falle von unwiederbringlichen Funktionsstörung Kompensationsmöglichkeiten dafür zu schaffen.

 

Kyphoplastie

Die Kyphoplastie ist ein Schlüsselloch-chirurgisch durchgeführtes Operationsverfahren zur Behandlung von Wirbelbrüchen. Dabei wird über kleine Kanülen mit einem Durchmesser von ca. 4 mm Ballons in den gebrochenen Wirbel eingeführt. Durch Auffüllen der Ballon mit Kontrastmittel wird der zusammengebrochene Wirbel aufgerichtet. Anschließend wird diese Aufrichtung fixiert, in dem in die entstandene Höhle ein Knochenzement eingespritzt wird, der innerhalb weniger Minuten aushärtet und den gebrochen Wirbel stabilisiert. Der Eingriff wird typischerweise in Bauchlage unter Röntgendurchleuchtung durchgeführt.

Durch eine Kyphoplastie kann u. a. durch einen Knochenbruch hervorgerufene unwiederbringliche Formveränderung des Wirbelkörpers aufgehoben werden und damit möglicherweise zukünftige durch Fehlhaltung und Fehlbewegung hervorgerufene Schmerzzustände vermieden werden. Der primäre Sinn der Kyphoplastie ist jedoch die Reduktion von durch Knochenbrüchen hervorgerufene Schmerzen und somit die Vermeidung der Entstehung eines chronischen Rückenschmerzsyndroms. Nach einer Kyphoplastie ist keinerlei Bettruhe oder ähnliches erforderlich. Der Patient kann sofort und meist ohne große Schmerzen aufstehen und sich normal bewegen. Eine Komplettversorgung ist in der Regel nicht erforderlich. Wesentliche Komplikationen einer Kyphoplastie sind Austreten des Flüssigzementes aus dem Wirbelkörpers. Bei der Kyphoplastie kann durch die Formung eines Hohlraumes über die Ballons ein wesentlich dickflüssiger Zement verwendet werden, so dass insgesamt die Rate an Zementaustritten bei diesem Verfahren gering ist.

 

Kernspintomografie

Die Kernspintomografie ist ein röntgenfreies Untersuchungsverfahren wobei abhängig von der Untersuchungsregion der Patient in der Regel in einer geschlossenen Röhre für etwa 20 bis 30 Minuten untersucht wird. Alternativ wird oft der Begriff Magnetresonanztherapie (MRT) verwendet. Eine Kernspintomographie funktioniert auf Grundlage von Spannungsverschiebung der Atome in einem starken Magnetfeld und lässt häufig hervorragenden Aussagen über Veränderung verschiedener Körpergewebe und insbesondere nicht knöchernen Weichteilgewebe (z.B. Sehnen, Bänder, Knorpel, Bandscheiben, Menisken) zu. Durch zusätzliche Kontrastmittelgabe können entzündliche Veränderungen erkannt werden. Aufgrund des Magnetfeldes kann eine Kernspintomographie bei Patienten die Metallkörper in sich tragen (z. B. Herzschrittmacher, Prothesen) oder mit metallhaltigen Farben tätowiert sind nicht bzw. nur nach Rücksprache mit dem Arzt durchgeführt werden, da sich metallische Fremdkörper im Magnetfeld stark erhitzen können. Patienten mit Angst vor der Enge der Untersuchungsröhre, sollten diese im Vorfeld mit dem Arzt besprechen. Beruhigende Medikamente, die Begleitung durch vertraute Personen oder auch entspannende Musik können helfen diese Ängste zu überwinden. Sollten die Ängste unüberwindlich sein, kann eine Untersuchung in einem offenen Kernspintomografen erwogen werden. 

 

Kniegelenk

Das Kniegelenk, als eines der großen stärker belasteten Gelenke des Körpers, verbindet durch Bänder, Gelenkflächen und Menisken den Ober- mit dem Unterschenkel. Eigentlich besteht das Kniegelenk aus zwei Gelenkanteilen: Dem Gelenk zwischen dem Oberschenkelknochen und der Rückseite der Kniescheiben und dem Gelenk zwischen dem Ober- und Unterschenkelknochen. Genau genommen zählt auch das Bandgelenk, zwischen dem Schienbein und dem Wadenbein, aufgrund seiner funktionellen Nähe zum Kniegelenk diesem zugehörig.


Knorpelersatzverfahren

Im Rahmen von Verschleiß- oder Unfallbedingten Knorpelverletzungen besteht die Möglichkeit, bis zu einer gewissen Größe den erkrankten Knorpel mit dem darunterliegenden Knochen lokal begrenzt gegen einen Spezialzylinder, mit einer bestimmten Oberfläche, auszutauschen. In dieser Oberfläche können Stammzellen einwachsen und dort einen Ersatzknorpel bilden. Dieser Ersatzknorpel erreicht zwar nicht die Qualität des ursprünglichen Gelenkknorpels, übersteigt jedoch bei weitem die Funktion von höhergradig geschädigten Knorpelanteilen. Prinzipiell gehört zu de Knorpelersatzverfahren die Knorpeltransplantation, welche intakte Gelenkknorpelanteile mit den darunterliegenden Knochen aus unbelasteten Gelenkanteilen in die defekten Zonen transplantiert. Allerdings entspricht die hierdurch entstehende Knorpelqualität dem Ersatzverfahren.

 

Kreuzband

Man unterscheidet ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Im Kniegelenk sorgen die Kreuzbänder für eine in den anatomischen Grenzen gehaltene Bewegung. Sie stabilisieren den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel in den s. g. Translationsbewegungen, also den Bewegungen des Unterschenkels nach vorne und hinten, so dass es nicht zum Abrutschen der Gelenkflächen voneinander kommt und die Belastung in den dafür vorgesehenen Arealen gehalten wird. Kommt es zu Schädigungen der örtlichen Kreuzbänder, kann es zu Instabilitäten und überlastungsbedingten Verschleißerscheinungen kommen.

L

Labrum = Gelenklippe (z. B. in der Schulter)

Eine Gelenklippe sorgt für eine funktionelle Vergrößerung knöchern kleingehaltener Gelenkflächen. Bezüglich der Beweglichkeit des Oberarms muss die knöcherne Gelenkfläche kleingehalten sein, um ein derartiges Bewegungsausmaß, wie in der menschlichen Schulter vorliegend, möglich zu machen. Eine Gelenklippe hilft hier der kleinen knöchernen Gelenkfläche ein Auskugeln des Gelenkes zu verhindern und die Führung des Gelenkes zu verbessern.

 

Lateral = medizinischen Seitenbezeichnung für außen (vgl. medial, kaudal, kranial)

 

Leistenbruch

Hier handelt es sich um einen Bauchwandbruch, der in dem natürlich angelegten Leistenkanal verläuft. Man unterscheidet angeborenen von erworbenen Brüchen. Je nach Ausprägung ist eine operative Versorgung teilweise sogar im Rahmen einer Notfall-OP erforderlich. Neben den bekannten offenen operativen Verfahren haben sich in den vergangenen Jahren Eingriffe in Schlüsselloch-Technik durchgesetzt. Bruchbänder haben heute in der Behandlung von Leistenbrüchen keinen Stellenwert mehr.

 

Ligament = Band (z. B. Ligamentum cruxiatum = Kreuzband)

 

Lipom = Fettgewebsgeschwulst, gutartig

 

Luxation = Auskugeln des Gelenkes

M

Medial = nach innenzeigend (vgl. medial, kaudal, kranial)

 

Meniskus

Unter einem Meniskus versteht man einen scheibenförmigen Knorpel in Gelenken, wie z. B. am Knie oder auch in der Handwurzel vorkommend. Ein Meniskus ist häufig mit der Gelenkkapsel verwachsen und ragt in das Gelenk hinein. Menisken haben eine große Bedeutung bei der Kraftübertragung, insbesondere von Druckkräften zwischen zwei Gelenkflächen. Hier wirken die Menisken wie Ausgleichskeile, um vollflächig die Kraft bei unterschiedlich geformten Gelenkpartnern zu übertragen. Gerade im Kniegelenk kommen dem Außen- wie Innenmeniskus noch eine Puffer- und eine stabilisierende Funktion dazu.

 

Morbus Ahlbäck

Diese Erkrankung zählt zu den s. g. Knochennekrosen (Absterben von Knochenanteilen). Diese findet sich meistens an der Innengelenkrolle des Kniegelenk bildenden Anteils des Oberschenkelknochens. Aufgrund einer Durchblutungsstörung kommt es zu einer Osteolyse (=Knochenabbau), welche sich häufig schlagartig mit Beschwerden bei Belastungen manifestiert. Im Röntgenbild kann man eine Aussparung mit einem umgebenden s. g. Sklerosesaum darstellen. In späteren Stadien kann es zu eine kompletten Zerstören einer Gelenkfläche kommen. Insofern ist eine Behandlung, z. B. mit einer Knorpelersatzplastik, hier eine therapeutische Option.

 

Morbus Osgood-Schlatter

Das s. g. Rubgy-Knie ist eine schmerzhafte Reizung der Ansatzstelle der Kniescheibensehne am vorderen Schienbein. Hierbei können sich, vor allem bei Jugendlichen, Knochenstücke aus dem Schienbein lösen und aufgrund der Minderdurchblutung absterben. Daher kommt es zu den s. g. aseptischen Knochennekrosen (nicht infektionsbedingtes Absterben von Knochenmaterial). Mutmaßlich sind an der Entstehung der Erkrankung, welche sich vornehmlich bei jugendlichen Sportlern zeigt, Überlastungs- und Trainings-bedingte Mikroverletzungen ursächlich. Interessanterweise erkranken zehnmal häufiger junge Männer als Frauen. Das typische Alter der Erkrankung liegt zwischen 11 und 14 Jahren. Die Beschwerdesymptomatik ist besonders unter Belastung beim Anspannen der Oberschenkelmuskulatur stark. Oftmals vermögen die Patienten einen direkten Druck auf die Schienbeinköpfe von vorne nicht auszuhalten, so dass ein Hinknien extrem schmerzhaft oder gar unmöglich ist.

N

Nachbehandlung

Oftmals wenden sich Patienten nach erfolgter notfälliger Behandlung im Krankenhaus oder in einer anderen Arztpraxis, mit der Notwendigkeit einer adäquaten unfallchirurgischen oder orthopädischen Nachbehandlung, an uns. Natürlich übernehmen wir auch die Weiterbehandlung nach Krankenhausentlassungen. Nach einem stattgehabten Arbeits-, Wege- oder Schulunfall müssen sich die Patienten in der Regel bei einem sogenannten Durchgangsarzt vorstellen. Wir sind von den Berufsgenossenschaften als solche bestellt.

 

Nickelallergie

Hier handelt sich um eine Kontaktallergie gegen vor allem in Modeschmuck häufig verwendete Legierungsbestandteile. Medizinische Instrumente sind nickelfrei. Häufig kommt es zur Frage, ob bei Implantationen von Prothesen mit einer Reaktion bei einer Nickelallergie zurechnen ist. Einerseits handelt es sich nach Endoprothesen-Implantationen nicht um körperliche Reaktionen, die einer Kontaktallergie entsprechen, andererseits haben viele Implantate mittlerweile einen so geringen Nickelgehalt, so dass hier nicht von Problemen ausgegangen werden muss. Unsere Erfahrungen aus der Implantat-Chirurgie zeigen, dass Unverträglichkeiten von Implantaten oder Knochendrähten extrem selten sind und nur in absoluten Einzelfällen zur relevanten Reaktion der Patienten führte.

 

NMR = Nuklear Magnetresonanz Tomografie = MRT = Kernspintomografie

 

Norderstedt

Hier befindet sich unser ambulantes Operationszentrum in dem wir unsere ambulanten Eingriffe  durchführen.

www.segebergerkliniken.de/kliniken/praxisklinik-norderstedt/

 

Notfall

Als Notfall werden klassischerweise Situationen benannt, bei denen es zu lebensbedrohlichen Zuständen der Patienten kommt, welche ohne sofortige Hilfeleistung zu erheblichen gesundheitlichen Schäden der Patienten führen können. Klassische Notfallbehandlungen „Um Leben und Tod“ sind daher an sich selten. Nichts desto trotz ist der relative Notfall, der eine zügige Behandlung erfordert, ein häufiger Grund einen Arzt zu konsultieren. Unsere Praxisorganisation ermöglicht es uns, zu jeder Zeit eine notfällige Versorgung von Patienten durchzuführen. Naturgemäß handelt es sich bei gefühlten Notfällen nicht um lebensbedrohliche Situationen, so dass sich auch hier Wartezeiten nicht ganz vermeiden lassen.

O

Oberes Sprunggelenk

Hierrunter versteht man das ugs. Knöchelgelenk zwischen dem Innen- und Außenknöchel, in dem die obere Talusrolle (Sprungbein) mit den beiden Gelenkflächen von Schien- und Wadenbein verbunden ist. Hier kommt es hauptsächlich zu Streck- und Beugebewegungen im Gelenk. Die Rotationsbewegungen werden vom unteren Sprunggelenk wahrgenommen.

 

Oberflächenersatz

Unter einem Oberflächenersatz versteht man einen Ersatz der Gelenkfläche des Kniegelenkes bei einer fortgeschrittenen Arthrose. Im Rahmen einer solchen Operation wird nicht nur der Gelenkknorpel, sondern auch Knochenanteile des Schienbeins als auch des Oberschenkels entfernt, damit dann die Prothese aufgesetzt werden kann. Zwar wird während des Eingriffes das vordere Kreuzband entfernt, es ist aber sehr wichtig, dass die äußere und innere Bandführung des Kniegelenkes intakt ist. Sollten nur Teile des Kniegelenkes von der Arthrose betroffen sein, kommen Teilprothesen zur Anwendung, in diesem Fall am günstigsten individuell angefertigte Teilprothesen.

 

Omarthrose

Es handelt sich um einen Gelenkverschleiß des Schultergelenkes. Wie grundsätzlich in allen Arthrose-Formen unterscheidet man eine primäre und eine sekundäre Omarthrose. Dieses hängt davon ab, ob ohne erkennbare Ursache oder z. B. nach einem Trauma eine Gelenkschädigung zum Verschleiß geführt hat. In der Röntgendiagnostik zeigt sich häufig eine Verformung des Oberarmkopfes mit dornartigen Ausziehungen, den s. g. Osteophyten. Durch die Abnahme des Gelenkknorpels scheint sich der Gelenkspalt optisch zu verengen und die Gelenkpartner nähern sich an. Schließlich können sich auch die Knochenzonen direkt unterhalb des Knorpels verhärten und s. g. Sklerose-Zonen aufweisen.

 

Orthese

Es handelt sich hier um ein medizinisches Hilfsmittel, das zur Unterstützung von eingeschränkt funktionstüchtigen Körperteilen zum Einsatz kommt, und im Sprachgebrauch auch Schiene oder Bandage betitelt wird. Je nach Zielsetzung können Orthesen zur Fixation oder zur Korrektur teilweise auch speziell angefertigt werden.

 

Osteochondrosis dissecans

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine umschriebene aseptische Knochennekrose (vgl. Morbus Ahlbäck) unterhalb des Gelenkknorpels,  die zu einer Abstoßung des betroffenen Knochenareals mit dem daran haftenden Knorpel führt. Es kommt zu freien Gelenkkörpern (s. g. Gelenkmäuse), die zu stärkeren Schädigungen in den Gelenken führen können. Oftmals kommt es zu Blockierungen,  die sich spontan wieder lösen.

 

Osteoporose

Wörtlich übersetzt bedeutet Osteoporose Knochenschwund, bzw. Knochenweichheit. Dies ist eine häufige Alterserkrankung des Knochens, die ihn früher für Brüche anfällig macht. Ursächlich liegt diese Erkrankung einer Veränderung im Knochenstoffwechsel zugrunde, die zum veränderten Mineralsalzgehalt führt und damit eine Abnahme der Stabilität des Knochens mit sich bringt. Im Rahmen einer Knochendichtemessung (DEXA) lässt sich die Ausprägung einer Osteoporose objektiv darstellen und eine entsprechende Therapie einleiten. Die Messung kann in unserer Praxis erfolgen.

 

Osteosynthese

Unter Osteosynthese versteht man die operative Versorgung von Knochenbrüchen und anderen Verletzungen. Üblicherweise werden hier Implantate aus Titan oder Metall eingesetzt, mit dem Ziel die zueinander gehörendigen Fragmente in den ursprünglichen Verbund zurückzubringen und sie dort für eine Heilung zu fixieren. Osteosynthese-Material, wie z. B.: Drähte, Schrauben, Platten oder Nägel, können je nach Grunderkrankung belassen, als auch entfernt werden.

P

PRT
(Periradikuläre Therapie) ein Verfahren, bei dem Spritzen in die Nähe der Nervenwurzeln am Rückenmark gesetzt werden. Wir führen diese Technik unter genauer Platzierung im CT bei Rückenschmerz-Patienten mit Nervenwurzel-Beteiligung durch.

 

Protrusion

Vorwölbung der Bandscheibe mit leichter Verlagerung ohne Zerstörung des äußeren Bandscheibenrings (vgl. Unterschied zum Bandscheiben-Vorfall).

 

Prämedikation

Vor einer Operation erfolgte Gabe von Medikamenten zur Angstminderung; auch Besprechung mit dem Anästhesisten (Narkosearzt) vor einer Operation bezüglich möglicher Narkose-Verfahren.

 

Prothese

Künstliches Ersatzstück zum Ersatz von Körperteilen, z.B. Knie- oder Hüft-Endoprothese. Das Hüftgelenk wird meist durch ein Metall-Polyethylen-Gelenk mit oder ohne Zementierung im Knochen ersetzt.

 

Physiotherapie

(ehemals Heil- u. Krankengymnastik) Heilverfahren durch Einsatz von passiver und aktiver Bewegung des Menschen zur Prävention, Therapie und Rehabilitation von gesundheitlichen Beschwerden und Schädigungen, die durch Alterungsprozesse, Verletzung und Krankheit entstanden sind, sowie zur allgemeinen Gesundheits- und Leistungsförderung. Die Physiotherapie wird unterstützt durch Maßnahmen der physikalischen Therapie, manuellen Therapie und der Bewegungstherapie. Wesentliche Merkmale einer physiotherapeutischen Intervention sind das Erlernen eines Eigenübungsprogramms und die Anleitung zum Verhalten im Alltag.

Q

Qualitätsmanagement

(QM) gezieltes Ergreifen effizienter und effektiver Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenversorgung durch Maßnahmen wie Einhaltung fachlicher Standards, personelle, räumliche und apparative Ausstattung, der Prozessqualität (Übereinstimmung mit Leitlinien) und der Ergebnisqualität. Unsere Praxis ist nach DIN EN ISO 9000 : 2008-12 zertifiziert.

R

Ruptur

Riss, z.B. einer Sehne oder eines Bandes, als Folge eines Unfalles.

 

Rotatorenmanschette

bildet das haubenförmige Dach des eigentlichen Schultergelenks und setzt sich aus den 4 vom Schulterblatt zum Oberarmknochen ziehenden Muskeln, dem M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. subscapularis, M. teres minor, sowie deren Sehnen zusammen. Häufig durch chronische Abnutzung bei einem Enge-Syndrom, aber gelegentlich auch durch Unfälle, verletzt.

 

Rheuma

Bezeichnung für Erkrankungen des Bindegewebes und schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparats, die sämtlich potentiell zur Ausbildung chronischer Symptome führen können. Darunter werden viele Erkrankungen unterschiedlicher Entstehung zusammengefasst: Polyarthritis, Morbus Bechterew, Weichteilrheumatismus etc. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt häufig in Kooperation mit Rheumatologen.

 

Refixation

Wiederbefestigen einer Struktur, z.B. einer Sehne, bei einer Operation nach einem Abriss.

 

Röntgen

Bei Durchstrahlung eines Körpers mit Röntgenstrahlung entsteht aufgrund des unterschiedlichen durchstrahlten Gewebes ein Schattenbild das auf einem Röntgenfilm sichtbar wird. Röntgenstrahlen wurden 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt und prägen die Diagnostik insbesondere im Bereich des Skeletts. Röntgenstrahlen können verschiedene Erkrankungen verursachen, daher muss die Notwendigkeit einer Untersuchung eindeutig gegeben sein. Die mittlere Strahlenbelastung durch Röntgen-Untersuchungen entspricht in Deutschland nahezu der Strahlenbelastung, der wir alle täglich durch natürliche Strahlungen ausgesetzt sind (aus Erde und Weltall).

S

Sehne

Aus parallelfaserigem Bindegewebe aufgebautes weißlich glänzendes Verbindungsstück zwischen Muskel und Knochen. Die Sehne überträgt die Zugwirkung des Muskels und kann bei Überbeanspruchung reißen.

 

Subluxation

Ein unvollständiges Herausspringen eines Gelenks, bei der die Gelenkflächen teilweise (noch) in Berührung bleiben und meist wieder zurück in das Gelenk rutschen.

 

Sonografie

Eine Untersuchungsmethode, bei der über Ultraschall-Wellen ein Bild insbesondere der weichen Strukturen in einem Körper erhalten werden kann, ohne dass schädigende Strahlen zum Einsatz kommen müssen.  Dabei wird ein piezoelektrischer Quarzkristall (Schallkopf) mit elektrischen Hochfrequenzspannungen zum Aussenden von Schwingungen angeregt (Sendefunktion) bzw. erzeugt selbst elektrische Wechselspannungen, wenn er von einer (reflektierten) Schallwelle getroffen wird (Aufnahmefunktion). Die Zeitdifferenz zwischen ausgesandtem Impuls und den empfangenen reflektierten Schallwellen (Echos) ist proportional der Tiefenlage einer reflektierenden Schicht. Die Echoimpulse werden verstärkt und auf einem Bildschirm dargestellt.

 

Spondylarthrose

Abnutzung der knorpeligen Anteile der Gelenke der Wirbelsäule mit teilweiser Deformierung der Wirbelgelenke und gelenkbildenden Fortsätze. Ausbildungen von knöchernen Randzacken können entstehen.

 

Schultergelenk

Die kugelgelenkige Aufhängung des Armes am Körper erfolgt im Schultergelenk. Es ist für das Abspreizen, Heranziehen, Ein- und Ausdrehen sowie vorderes- und rückwärtiges Anheben des Armes ausgelegt. Durch seine große Beweglichkeit ist es besonders anfällig für eine Verrenkung (Luxation).

T

Tendovaginitis

Eine Sammelbezeichnung für nicht-bakterielle Entzündungen der Sehnen (Tendinitis) bzw. Sehnenscheiden (Tendovaginitis) in Ansatznähe oder degenerative Veränderungen an Sehnenursprüngen und -ansätzen (Tendinose), am Ellenbogen z.B. oft kombiniert mit einer Epicondylitis. Ursache sind meist chronische Überlastung, Mikro-Verletzungen, Stoffwechsel- oder Durchblutungsstörungen. Als Therapie kommen Wärme- oder Kälte-Anwendungen, entzündungshemmende Schmerzmittel, Spritzen (auch Cortison), evtl. eine Ruhigstellung oder auch operative Maßnahmen in Frage.

 

TENS

(Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation) ein Verfahren bei dem durch Nervenstimulation mit elektrischem Strom eine Hemmung der Schmerzleitung im Rahmen der Schmerztherapie erreicht werden kann. Hierbei werden die Kontakte auf die Haut geklebt und ein Stimulationsgerät wird angeschlossen, das wechselnde Impulse aussendet.

 

Trauma

(Unfall) ein akut durch äußere Einflüsse (mechanisch, thermisch, chemisch, strahlenbedingt) entstandener körperlicher Schaden mit Zerstörung von Gewebestrukturen oder Funktionsstörung,  z. B. Wunde oder Knochenbruch.

 

Thrombose

Ein vollständiger oder teilweiser Verschluss von Venen durch Blutgerinnung in den Gefäßen mit Bildung von Blutpfropfen aus Blutplättchen und Fibrin. Entsteht durch Gefäßwandschaden, herabgesetzte Blutströmungsgeschwindigkeit und veränderte Blutzusammensetzung meist im Bereich der unteren Extremitäten. Häufig entsteht hier die Thrombose durch eine Immobilisation eines Beines, z.B. nach einem Knochenbruch oder einer Operation. Meist sichtbar durch Schwellung, Überwärmung und dunkle Verfärbung der Haut.

 

Tennisarm

(Epicondylitis humeri radialis) Nicht-bakterielle Entzündungsreaktion der sehnigen Muskelursprünge am äußeren Ellenbogen bei Überbeanspruchung vor allem in Sport und Beruf. Meist besteht ein lokaler Druckschmerz und ein Anspannungsschmerz der Muskeln.

U

Unguis incarnatus

(Eingewachsener Zehennagel) Einwachsen des Zehennagels in die seitliche Nagelfalz vor allem der Großzehe infolge falscher Nagelpflege, zu engem Schuhwerk bzw. eines anlagebedingten zu breiten Nagelbetts. Kann durch Fußpflege mit Spangen etc. behandelt werden. Bei wiederholtem Einwachsen kann eine Verschmälerung des Nagels oder eine sogenannte Emmert-Plastik durchgeführt werden.

V

Ventral

Am Körper vorne gelegen (Bauch, Stirn…).

W

Wartezeit

Meist unfreiwillig verbrachte Zeit im Wartezimmer wegen großen Andrangs von Patienten. In einer unfallchirurgischen Praxis bei Unfällen und Notfällen leider nicht vermeidbar. Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

Wirbelsäule

S-förmig gekrümmtes bewegliches Achsenskelett des Körpers, das aus den Wirbeln, den Bandscheiben sowie den Bändern besteht. Es setzt sich zusammen aus der Halswirbelsäule (HWS) mit 7 Halswirbeln, der Brustwirbelsäule (BWS) mit 12 Brustwirbeln,  der Lendenwirbelsäule (LWS) mit 5 Lendenwirbeln, dem Kreuzbein mit 5 verschmolzenen Kreuzwirbeln und dem Steißbein. Die Wirbelsäule trägt den Kopf, den Rumpf und die oberen Gliedmaßen. Sie bildet den Kanal für das Rückenmark.